Falka


 

Es war im Juli 2018 als Monika der Anruf einer befreundeten Tierschützerin erreichte die für eine knapp 9-jährige Rottweiler-Hündin einer Freundin einen Platz suchte. Es sollte unbedingt bei uns sein, was ja auch eine Auszeichnung war.

Am gleichen Tag hatten wir uns noch darüber unterhalten wie es wäre mal eine Weile mit der Anzahl der Hunde herunter zu fahren um mal durchzuatmen. Monika hätte sicherlich zugesagt, wenn da nicht mit Protest zu rechnen gewesen wäre. So antwortete sie wahrheitsgemäß und weise es sei kein Platz frei und ansonsten solle die Freundin mit mir verhandeln.

Nun, der Zeitpunkt war denkbar ungünstig. Ich hatte soeben an unserem Auto einen kapitalen Motorschaden festgestellt als vor meiner Werkstatt trotz eindeutiger Beschilderung ein Auto geparkt wurde. Ich wollte aber gleich noch mal los und öffnete deshalb in wenig freundlicher Absicht das Tor und ….. .. sah als erstes Falka.

Am anderen Ende der Leine hing unsere Freundin Kathrin mit ihrer Partnerin. Im allgemeinen begrüße ich Gäste nicht mit: „ Ach du Sch…, nein, kommt nicht in Frage, ganz schlechter Zeitpunkt.“ Nun, die Mädels ließen nicht locker und es war gut so.

Falkas warme Augen ließen mich für eine Weile mein riesiges Problem wegen des Motors vergessen. Die traurige Geschichte von Falkas Frauchen, deutlich unter 30, zwei Kinder, alleinerziehend und an einer tödlich verlaufenden Krankheit erkrankt, weshalb sie Falka nicht mehr ordnungsgemäß versorgen konnte, war deutlich härter zu verdauen als der Motorschaden.

Die drei Damen stiegen ins Auto mit dem Versprechen an Falka dass sie den nächsten freiwerdenden Platz bei uns bekommen sollte.

So zog denn dieser Schatz, begleitet von ihrem Frauchen und einem tränenreichen Abschied Anfang Dezember 2018 bei uns ein. Wir haben einen bemerkenswert liebenswürdigen schwäbischen Dickschädel dazu bekommen den wir nicht mehr hergeben würden, egal was kommt.

Leinenführig ist sie, wie eine Lokomotive. Irgendwer muss ihr den Begriff falsch vermittelt haben, aber sie ist halt Falka.

Eine ganze Liste gesundheitlicher Baustellen hatte der Schatz auch im Gepäck. Milzentfernung wegen berstgefährdeter Tumore, Zahnsanierung= Entfernung etlicher fauler Zähne, Kastration wegen Zysten an den Eierstöcken, all das haben wir im laufenden Jahr schon gemeistert.

Kaum ein Gelenk in ihrem Körper, welches ihr nicht wegen Arthrose Schmerzen bereitet. Hochdosierte Schmerzmittel im Dauerfeuer sind da keine Lösung.

Am 13.12.2019 bekommt sie dafür eine Goldakkupunktur in der Hoffnung, dass sie so am 23.12.2019 ihren 10ten Geburtstag mit deutlich weniger Schmerzen verleben soll und damit sie mittelfristig wieder ein Leben mit normaler Lebensqualität führen kann und bitte noch für ein paar Jahre. Sie lebt hier im Haus im Obergeschoss mit Piet als Partner.